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Drehberichte

Jeder Dreh war durchaus eine spannende Erfahrung. Was wir während und neben den eigentlichen Dreharbeiten so erlebten, schildern die folgenden Drehberichte:

 

Tallinn (Schwimmer)

Würzburg (Läufer)

Leutkirch (Skydiver)

Sharm El Sheik (Taucher)

Hohe Wand (Highliner)

 

1. Tallinn - Estland (Eisschwimmer) - 26.03.15 - 01.03.15 - von Max Schweiger

 

Wer auf seiner Webseite als Ziel angibt, bestehende Weltrekorde weiterauszubauen zu wollen, muss schon ein erfolgreicher Sportler sein. Wenn man sich dann durch die Bildergalerien klickt bekommt man schon einen ersten Eindruck von Christof „Wandi“ Wandratschs besonderer Leidenschaft.

Extremschwimmer - und wie bei allen portraitierten Figuren der Bachelorarbeit von Lukas Miller heißt extrem extrem verrückt, begeistert, motiviert, ein ganz großes Ziel vor Augen eben. Somit gehörte der gebürtige Nürnberger früh zu den ersten angefragten Sportlern für das ambitionierte Filmprojekt und sagte prompt zu. Da man einen Sport nicht theoretisch erklären kann, musste natürlich ein Wettkampf her und das Talisplusfestival Pirita Open bot sich dafür an. Lukas durfte Wandratsch so zu seinem Versuch den Weltrekord im Eiswasserschwimmen in Tallinn, Estland zu brechen, begleiten. Für eine so große Unternehmung mit Flug, mehreren Kameras, usw. fragte er dann mich, ob ich Lust hätte ihn zu begleiten und so saßen wir dann zusammen an einem verregneten Sonntagvormittag im Februar im Flughafen Nürnberg.

Es dauerte keine zehn Minuten, da kam schon die Durchsage: „Passagier Max Schweiger – bitte kommen Sie zur Gepäcknachkontrolle“. Also aufgestanden und mit großer Motivation Richtung Gepäcknachkontrolle geschlappt. Eigenartig, wo leben wir denn, wenn man keinen 1,5kg Akku und eine Flugdrohne mehr ohne Probleme im Flugzeug mitnehmen kann? Aber natürlich wurde ich ausgerufen, auch wenn 80% meines Koffers mit Lukas seinem Zeug bepackt war. Auf halbem Weg folgte dann doch noch die zweite Durchsage: „The passenger Lukas Miller – please come to the baggage check-up“. Im Gepäckraum folgte nicht die erwartete Leibesinvestition eines muskelbepackten 1,90m Hünen, sondern lediglich ein gemütlicher Franke, der nach wenigen Minuten schon das Interesse an unseren Koffern und dem Inhalt verlor und sich stattdessen über unseren bevorstehenden Dreh informierte. Auch das Umsteigen in Frankfurt lief problemlos und wider aller Erwarten stiegen wir in einen gut gefüllten Flieger Richtung Hauptstadt, Richtung Tallinn, Weltmetropole mit gut 400.000 Einwohnern. Eine schöne mittelalterliche Altstadt sollte es hier geben, mehr wussten wir eigentlich nicht. Schließlich waren wir ja auch nicht als Touristen hier, sondern um im Hafenbecken den Weltrekordversuch Wandratschs zu dokumentieren.

 

Gegen Abend kamen wir dann endlich an und wurden ins Hotel gefahren. Das Wetter war scheußlich, regnerisch, trüb und grau, nicht das sonnige „Schweden“ mit den ganzen vielen lächelnden Menschen, das wir erwartetet hatten. Und in dieser ganzen Tristesse gab es dann doch noch etwas, das unsere Laune weiter trüben konnte. Wir fuhren nichtsahnend mit dem Shuttletaxi an der Hauptstraße an einem großen sowjetischen Bunkerbau vorbei, aufgebaut wie eine Schleuse,  in einem Industrieviertel gelegen. Der Fahrer wendet und uns beschleicht ein dunkler Verdacht. Genau! Hotel, nennen sie das hier. Wir wollten allerdings nicht undankbar sein, waren zum Arbeiten und nicht zum Urlaub hier und freuten uns über die kleinen Dinge: dazu zählten ausreichend viele Steckdosen, fließendes Wasser und ein nahe liegender Seminarraum, in dem sie extra für uns zusätzliche Tische und Stühle bereitgestellt hatten, die wir nur noch von der Dunkelheit geschützt in unser Zimmer rüberschleppen mussten.

Am nächsten Tag sollte also der Ernst des Lebens anfangen und wir standen früh, wirklich sehr früh auf, um den Sonnenaufgang einzufangen. Mit zwei Stativen und drei Kameras unter den irritierten Blicken des Hotelpersonals also aus dem „Hotel“ gekrochen und dann einen schönen Drehort gesucht. Als der Platz gefunden war, merkten wir, dass das mit der Sonne wohl nichts mehr werden würde. Auch Petrus hatte sich gegen uns verschworen und so sollten wir in den letzten Tagen kein Sonnenlicht mehr erwischen. Also wieder zurückgegangen, die eingefrorenen Finger aufgetaut und zum Frühstücksbuffet. Hier erwartete uns eine reichhaltige Auswahl an trockenen Brötchen und Stangen, etwas das aussah wie Rührei, uns aber zu gefährlich war und steinharte Pfannkuchen. Wenn ich etwas bei diesem Dreh gelernt habe, dann wohl, dass man auch viel zu lang gebratene Pfannkuchen unter einer klebrigen Soße wieder aufweichen kann. Das Hotel war offen gesagt eine mittlere Katastrophe, aber mit ein wenig Humor und der Gewissheit, hier nicht seinen Lebensabend verbringen zu müssen, konnten wir die Zeit wirklich genießen. Am Frühstückstisch angekommen, saß neben uns ein älterer Herr mit Bart und wir kamen ins Gespräch. Er sei Trainer und wäre auch aus Deutschland, erzählte er uns. Auch er hatte die Pfannkuchen mit der Soße gewählt. Und so lernten wir gleich am ersten Tag Wandratschs persönlichen Trainer Stefan Hetzer kennen, der uns schon einmal einen ersten Einblick in die Sportart Eisschwimmen geben konnte. Verrückt, was er da erzählte.

Hier in Tallinn hätten sie in den letzten Jahren erst die Eisdecke aufbrechen müssen, um das Schwimmen zu ermöglichen. Außerdem würden hier nicht nur Profis wie Wandratsch schwimmen, sondern auch Amateursportler und absolute Neulinge, die das einfach mal ausprobieren wollten. Eine Gruppe, die wir später am Mittag beim Schwimmen in der eiskalten Ostsee beobachten, ist extra aus Großbritannien eingeflogen. Rüstige ältere Damen um die 60, die sich in die Fluten stürzen, während wir in dicke Jacken eingepackt mit unserer mitgebrachten Flugdrohne spielen und die Monitorübertragung für das Livebild testen. Diese Verbindung sollte später, als wir sie wirklich bräuchten, natürlich ausfallen. Lukas wurde geschickter und bekam später auch bei deutlich mehr Wind und Sturmböen ruckelfreie Aufnahmen hin, die wir sogleich in unserem mittlerweile zum Filmproduktionsbüro umfunktionierten Hotelzimmer sichteten. Am Abend wollten wir uns nun endlich mal Tallinn aus der Nähe anschauen und kriegten es irgendwie hin mit dem Linienbus von dem außerhalb gelegenen Hotelbunker, der im Inneren durch seine ewigen Korridore eher einem Krankenhaus ähnelte, in das Stadtzentrum zu gelangen. Hier durften wir nun die ganz besondere Gastfreundschaft der Estländer genießen. Nach einer Besichtigung des Stadtkerns – Kirche, Rathaus, Marktplatz, ein paar Fachwerkhäuser, eine beeindruckende Zahl an Bordellen an der Stadtmauer – war schnell klar, dass man hier wohl ohne die Hilfe der Einheimischen nicht viel erleben würde. Also mal ausprobieren - die hoch gelobte Freundlichkeit der Nordländer… Fehlanzeige! Irgendwann erwischten wir jemanden, der uns nicht sofort anschnauzt und wir wurden zu „The Bar“ geleitet. Hier hängen die coolen Kids von Tallinn ab. Es geht an einer Nazikneipe, die lustigerweise in direkter Nachbarschaft einen Schwulenclub hat, vorbei durch enge Gassen. Türe auf, Taschenlampe ins Gesicht, Sicherheitspersonal, wieder angeschnauzt werden, Passkontrolle, ein „Excuse me, is this seat taken?“, gefolgt von einem verachtungsvollen „No“, wir haben genug. Im Bus auf der Heimfahrt fangen wir an laut zu schimpfen, zum Glück verstehen uns die Menschen nicht. Estland hat keinen guten Start. Zurück im Luftschutzkeller, endlich schlafen. Am folgenden Tag beginnt endlich der Wettkampf, morgens gehen wir wieder zum Wasser raus und versuchen den Sonnenaufgang zu filmen, wir lernen schließlich nicht dazu… Es folgen einige bretterharte Pfannkuchen, ach ja, das Personal hatte es verpennt uns auf die Frühstücksliste zu schreiben – gab wieder Probleme, schließlich dürfen wir doch rein. Wir fühlen uns ein wenig wie in der Schweiz. Dann schwer bepackt raus, Flugdrohne, Kameras, Mikrofone, wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet. Das Crowdfoundingvideo von Lukas entsteht. Ein Erfolg anscheinend, denn die Finanzierung sollte später klappen. Lukas fühlt sich nicht besonders wohl dabei, sich mit der Kamera zu unterhalten und auch einige Zuschauer schauen etwas verdutzt, aber letztendlich ist alles im Kasten. Kurzer Equipmentwechsel. Zwischendrin werden immer wieder die Unmengen an Rohmaterial gesichert.

Dann lernen wir endlich Christof kennen. Er wirkt unheimlich entspannt, hat seine kleine Tochter dabei und wirkt auch sonst sehr normal. Keine Anzeichen dafür, dass er heute noch in die eiskalte Brühe springen wird, um sich mit den anderen Verrückten zu messen. Den ganzen Tag verbringen wir am Sportbecken am Hafen. Das Wasser ist dieses Jahr zwar nicht vereist, aber ein Griff mit der Hand ins Wasser reicht, um die Temperatur einzuschätzen. In den ersten Startwellen sind viele Frauen, junge Mädchen. Von wegen Weicheier, sie stürzen sich gemeinsam ins Wasser und absolvieren teils sogar in sehr ordentlichem Kraulstil ihre entsprechenden Distanzen. Auch einige Zuschauer sind da, die Stimmung ist trotz des schlechten Wetters gut. Am Pier sind die Flaggen der Starter angebracht. Aus verschiedensten Nationen sind die Sportler angetreten. Australien, Russland, Schweden, Dänemark, Großbritannien, auch die deutsche Fahne weht im Wind. Je weiter der Wettkampf voranschreitet, desto ambitionierter und fokussierter wirken die Teilnehmer. Meine spontane Idee vielleicht selber noch zu starten verwerfe ich schnell. Das Wasser ist wirklich schweinekalt und die Konkurrenz groß. Außerdem lohnt sich das parallele Filmen mit zwei Kameras. Immer wieder rauscht die Flugdrohne von Lukas gesteuert über das Becken.

Als Wandratsch dann antritt sind wir hoch konzentriert, diese wenigen hundert Meter müssen im Kasten sein. Es gibt ein Startsignal und Christof schwimmt los, auf den ersten Metern liegt er gleichauf mit seinem direkten Konkurrenten, dem Lokalmatador Este Henri Kaarma. Doch Wandi zieht an und macht sich an die 1000m Marke. Zug um Zug, man sieht ihm die Anstrengung, die Kälte, die Belastung kaum an. Wacklig auf den Beinen versuchen wir auf den Schwimmstegen diese Leistung aufzunehmen. Unsere Arbeit und Sorgfalt dankt uns später der Bayerische Rundfunk, in dem er Lukas einige Aufnahmen abkauft, um sie in seinem Programm auszustrahlen. Am Ende heißt es „New World Record“ und wir sind beinahe genauso fertig, wie Wandratsch, der entkräftet und verfroren aus dem Wasser steigt. Ein wenig Schuldgefühle bekomme ich schon, als ich ihm in einem Handgriff die Mütze in die mit warmem Wasser gefüllte Tonne reiche, mit dem anderen aber schon wieder zur Kamera greife, um auch wirklich keine Sekunde verpasst zu haben. Zum Glück hatten wir das obligatorische Sportfrageninterview bereits im Vorfeld erledigt. Nun kam noch einmal sein Trainer zu Wort, den wir spontan noch zum Interview baten.

Am Abend kommen wir schon wieder auf eine blöde Idee. Im Anschluss an die Siegerehrung mit reichlich leicht bekleideten Tänzerinnen, will ich wieder in die Stadt. Lukas muss natürlich mit. Über Tinder habe ich versucht ein bisschen Kontakt zu den Einheimischen aufzubauen, damit wir vielleicht doch nochmal was von der Stadt zu sehen bekommen. Im Nachhinein betrachtet war das natürlich total dämlich, aber wir hatten die Hoffnung doch noch nette Menschen zu treffen, die hier heimisch waren. Also in der Stadt versucht jemanden zu erreichen - klappte natürlich nicht - dann in „The Bar“, wieder weggerannt und im Anschluss im Irish Pub Bundesliga geschaut und betrunkene deutsche Touristen getroffen. Wer zum Teufel macht hier Urlaub? Was macht man hier überhaupt, wenn man keine Sportler filmt? Irgendwann im Morgengrauen kamen wir wieder in unsere Gruft zurück, endlich ausruhen.

Am nächsten Tag gings schon wieder heim. Im Supermarkt versuchte ich noch verzweifelt irgendwas zum Mitbringen zu finden. Eine freundliche (!) Mutter, sie sprach estländisch - musste aber wohl eingewandert sein - empfahl mir eine Schachtel mit einem blonden Jungen drauf. Ich verstehe nichts, lächle, nicke und kaufe die Pralinen oder was auch immer. Zuhause entpuppten sie sich als nougatgefüllte Schokopralinen, die mit keinen hiesigen vergleichbar wären. Hätten wir nur mehr gekauft. Also gibt es doch nette Menschen hier? Der unfreundlichste Taxifahrer meines Lebens bringt uns wieder auf den Boden der Tatsachen. Er will Geld kassieren für einen gebuchten kostenlosen Shuttleservice. Uns hat es gereicht, der Protest prallte ab. Wir stiegen aus. Der Taxifahrer vorher hatte uns ja nicht einmal mitnehmen wollen, vielleicht hatten wir ja Glück. Also im Flughafen - und nun kam einer der ganz wenigen Momente, in denen ich die Beherrschung verliere. Nach drei Tagen intensivem Drehen mit durchgehend (bis auf eine Ausnahme) unfreundlichen Estländern, die uns richtig mies behandelt hatten, hielt mich das Sicherheitspersonal auf. Nicht nur mein „Noch nie angepiept worden - Rekord“ war nun fällig, sondern auch meine Nerven. Die Pfeife von Sicherheitsbeamten wollte Sprengstoff an meinem Handgepäck gefunden haben. Da ein inkompetenter Mitarbeiter nicht reichte, bildet sich eine rechte Traube um mich und mein explosives Handgepäck. Lukas blieb zum Glück in der Nähe, weil ich immer lauter wurde und langsam Lust hatte, mich für die estländische Gastfreundschaft zu bedanken. Nach dreißig sinnlosen Minuten wurde ich mit gnädigem Blick entlassen und wir liefen Richtung Gate. Meine gefährliche Jacke mit dem Sprengstoff hatten sie natürlich verdächtigt, aber eine Flugdrohne im Gepäck und mehrere schwere Akkus, die nicht durchleuchtet werden können, regten keinen Verdacht. Also ab nach hause und nicht mehr darüber nachzudenken. Unsere Tipps für den nächsten Familienurlaub: Estland, Pirita Spa Hotel, die Menschen auf sich einwirken lassen und danach sich wieder an den kleinen Dingen im Leben erfreuen.

Doch bei all den negativen Erlebnissen mit den Einheimischen sollte nicht vergessen werden, dass Wandratsch mit einer phänomenalen Leistung ein Zeichen für den deutschen Schwimmsport gesetzt hat und mit seinem grandiosen Einsatz und seiner Lockerheit unsere Arbeit unheimlich erleichtert  hat und so erst dieses Ergebnis herauskommen konnte.

 

2. Würzburg - Deutschland (Ultramarathonläufer) - 14.03.15 - von Lukas Miller

 

Wie auch bei Jens, hatte ich das Glück, dass Rainer in Nürnberg lebt. Wie der Zufall es so will, arbeitet Rainer sogar als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an meiner Hochschule, der TH Nürnberg.

Keine 300 Meter weg von meinen Vorlesungsräumen, habe ich ihn treffen und mein Vorhaben mit ihm besprechen können.

Mir wurde schnell klar, dass ich Rainer nicht dabei filmen kann, wenn er wirklich Unglaubliches vollbringt:

Und zwar extrem lange Distanzen in mehreren Tagen läuft. Bei ihm trifft das Wort „Ultra“ in Ultramarathon wirklich zu.

Sein bisher größter Erfolg ist der TransAmerika Lauf 2011, diesen hat er damals sogar mit dem ersten Platz beendet. Er lief von Los Angeles nach New York, 5149 Kilometer in 70 Tagen. Pro Tag ist er dabei ungefähr einen Marathon, ein Halbmarathon und einen zehn Kilometerlauf gelaufen.

Diese Läufe benötigen immer eine lange Vorbereitungszeit und sind auch finanziell nicht leicht zu bewältigen. In den Jahren dazwischen, trainiert Rainer und läuft sowohl bei  anderen Marathons als auch Ultramarathonläufen mit. Am Samstagen und Sonntag läuft er jeweils 100 Kilometer. Als Training.

 

Am 14. März ging es dann 07:00 Uhr früh mit meiner Freundin Lara und meinem Kumpel Max zum 44 Kilometer „Gedächtnislauf“ in Würzburg. Rainer sah den Lauf als Training und bezeichnet die 44 Kilometer als „Kurzstrecke“.

Direkt vor dem Start erledigten wir erstmal das lange Interview. Leider war es sehr kalt und regnete immer wieder kurz. Aus Folien bastelten wir dann einen Kameraschutz.

Direkt vor dem Start fiel dann auch noch meine GH3 aus. Max war mit meiner Blackmagic Pocket schon aufs Rad gestiegen und etwas vorgefahren. Er ist die komplette Strecke mit dem Fahrrad mitgefahren, hat Rainer immer wieder überholt und dabei gefilmt.

Beim Start griff ich dann spontan zur Fotokamera meiner Freundin. Dadurch wurde leider der Anfang etwas überbelichtet und zu wackelig. Außerdem fehlen einige gewünschte Impressionseinstellungen. Aber so ist das eben: Bei jedem Dreh passieren Dinge, mit denen man nicht rechnet und dann spontan reagieren muss. Das Wetter tat dabei sein Übriges.

Zu allem Überfluss hat auch die Blackmagic mit den Temperaturen Probleme ihre gehabt. (In Tallinn komischerweise nicht) Einiges vom Videomaterial hatte komische Framefehler. So konnte ich von Max‘ Aufnahmen auch nur wenig in die Episode schneiden. Dieses Problem ist bisher nicht mehr aufgetreten und auch die GH3 zeigt ansonsten immer zuverlässig den Akkustand an.

Lara und ich fuhren während dem Lauf mit dem Auto zu einer Zwischenstation und dann ins Ziel. Mehr Zwischenpunkte waren mit dem Auto bei dieser Strecke nicht möglich, da Rainer wirklich ein schnelles Tempo an den Tag legte.

Zum Glück ist Max ein geübter Triathlet und konnte mit dem Fahrrad immer wieder aufholen. Ich hätte das definitiv nicht geschafft.

 

Rainer hat das Rennen dann trotzdem mit einem sehr guten zweiten Platz abgeschlossen und das obwohl er vorher zu uns meinte, dass sein Ziel lediglich die Top 20 seien. Das Hauptaugenmerk der Episode liegt aber nicht an dem Wettkampf in Würzburg, sondern auf Rainers Erfolg beim TransAmerika-Lauf 2011.

In der Episode erzählt Rainer ausführlich von seinen Erlebnissen und Erfahrungen. Dafür konnte er mir auch eine schöne Auswahl an Bildern zur Verfügung stellen.

Mehr Infos über seinen TransAmerika-Lauf hat Rainer auf seiner eigenen Website:

http://www.ultrakoch.org/Reports/2011/TAFR/TAFR.php?lang=d&year=2011

Auch einen kleinen Bericht über meinen Dreh gibt es aus seiner Sicht:

http://www.ultrakoch.org/Reports/2015/Gedaechnislauf/Gedaechnislauf.php?lang=d&year=2015

 

Direkt aus Würzburg fuhren wir dann noch ins Cinecitta Nürnberg, da ich im Rahmen des „Mittelfränkischen Jugendfilmfestivals“ unseren 6. Semester Film vorstellte, bei dem auch Lara und Max mitwirkten. Es war also ein langer   Tag und trotz des kalten regnerischen Wetters, wurde es eine schöne Episode mit viel Sonnenschein aus Amerika.

 

3. Leutkirch - Deutschland (Speedsykdiver) 14.05.15 - 17.05.15 - von Lukas Miller

 

Der Dreh mit dem Speedskydiver stand Erstmal unter keinem guten Stern. Zusammen mit meiner Freundin Lara ging es am Donnerstag, den 14.05, nach Leutkirch ins Allgäu. Doch nach über 3 Stunden Autofahrt, kam mir auf einmal ein Gedanke, dass ich den Kamerarucksack vergessen hab, was sich leider bestätigt hat. Zelte, Isomatten, Essen, Stative, Kamerarig… Das Auto war voll, doch ein Rucksack mit der Blackmagic, Objektiven und allem Tonzeug fehlte.

Doch es war keine Zeit mehr um umzudrehen. Zum Glück hatte ich das Kamerarig mit der GH3 und einem Objektiv und 2 GoPros dabei. Das würde für den 1. Tag reichen.

Zum Glück funktionierte meine Idee, dass wir den Rucksack einer Mitfahrgelegenheit mitgeben konnten. So fanden wir Abends einen passenden Fahrer und mein Vater regelte alles. So konnte ich am nächsten Tag meinen Rucksack im naheliegendem Memmingen abholen.

Doch zurück zum Dreh:

In Leutkirch angekommen erwartete uns erstmal perfektes Wetter. So konnte ich erstmal den Beginn der Veranstaltung und den 1. Sprung von Moritz filmen bzw. das Laufen zum Flugzeug und seine Landung.

Es handelt sich um ein Wettbewerb der „Speedskydiving World Series“. Diese Wettbewerbe sind auf der ganzen Welt verteilt und die Springer können nach Belieben teilnehmen und Punkte sammeln. Bei diesem Wettbewerb ging es nur für die deutschen Teilnehmer um die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2016 in Dubai.

Am Flugplatz mussten wir uns natürlich an strenge Regeln halten. Nie ohne Erlaubnis zum Flugzeug laufen und nur in Begleitung auf die Landezone. Es gab durchaus Schwierigkeiten da immer den richtigen Ansprechpartner zu finden. Es gab leider zwei Landezonen und kurzfristig konnte es passieren, dass Moritz in der Anderen landet. So standen wir zweimal am Boden und suchten Moritz vergeblich beim Landeanflug, da er doch auf die Andere ausweichen musste.

Allgemein war es sehr schwierig das Flugzeug vom Boden aus zu erkennen. Die Flugphase kann man mit bloßen Auge nur erahnen und nie im Leben mit einer Kamera festhalten. Auch nicht mit Zoomobjektiv. Erst wenn die Springer ihre Schirme öffneten, erkannte man Moritz an seinem auffälligem pinken Fallschirm.

Das Wetter verschlechterte sich dann leider immens. Am Donnerstag konnte Moritz nur einmal springen. Es ist nämlich grundsätzlich verboten durch eine Wolkendecke zu springen. Am Freitag regnete es dann den ganzen Tag und so konnte nicht ein Flugzeug starten. Wir nutzen die Zeit mit den Springern zu quatschen, besuchten Laras Verwandschaft in der Nähe und ich konnte mit dem Piloten klären, wie ich die GoPros am Flieger befestigen könnte. In der Nacht auf Samstag regnete es so viel und laut, dass wir Angst hatten unser Zelt flutet sich noch. Andere Springer, die auch zelteten, sind vorher sogar extra ins Hotel gefahren. Doch wir hatten Glück und unser Zelt blieb einigermaßen trocken. Doch Samstag früh bot sich wieder ein bewölkter Himmel… Um 9 Uhr sollte es eigentlich losgehen, doch der erste Start wurde dann für 12 Uhr angekündigt, nachdem es sich wirklich etwas auflockerte. Kurz vorher durfte ich zum Flugzeug und die GoPros befestigen. Doch kurz bevor der Flieger losging, war die Wolkendecke wieder zu und ich musste zurück zum Flieger und die GoPros wieder abmontieren. Also schnell zu meiner kleinen mobilen Ladestation im Flugzeughangar und die GoPros neugeladen. Ab 14 Uhrlockerte es dann endlich auf und das Wetter wurde richtig gut. Ein Flugzeug war immer gefüllt mit 8 Speedskydivern und 8 Tandemspringern, die ihre Gutscheine einlösten. Bei über 60 Teilnehmern, 3 Qualifikationsprüngen, Halbfinale und Finale war nun ein langes Wochenende vorprogrammiert.

Ich durfte leider nur bei totalem Stillstand an das Flugzeug. Somit blieben meine GoPros den ganzen Tag am Flieger hängen und ich konnte nur hoffen, dass sie dort auch blieben. Später stellte ich leider fest, dass sich die GoPro unter dem Flieger in der Luft selbstständig verdreht hat und nur noch den Boden des Fliegers filmte. Der Winkel bei der GoPro am Flügel war auch noch nicht perfekt.

Samstagabend nutzten wir dann noch schnell die Zeit um mit Moritz ein Interview zu führen. Es war allgemein schwierig Dinge mit Moritz zu klären, da er als Veranstalter und Teilnehmer nur auf Trapp war. Doch Samstagabend hatte er Zeit für ein Interview, das wir noch kurz vor der Dunkelheit beenden konnten.

Wegen dem schlechten Wetter gab es leider nie die Möglichkeit für mich selber im Flugzeug mitzufliegen, da ich einen Buddy gebraucht und somit 2 Plätze im Flieger genommen hätte. Somit entstanden die einzigen Aufnahmen im Flugzeug von einem anderen Speedskydiver, der für mich von innen filmte wie Moritz aus dem Flugzeug springt und dann selber mit seiner GoPro springt. Bei besserem Wetter wäre auch mal ein Platz für mich gewesen, aber so war das Flugzeug immer mit Wettkampfteilnehmern und reservierten Tandemsprüngen voll.

Wenigstens durfte ich am Sonntag erneut die GoPros am Flieger befestigten. Unten diesmal mit einer extra Portion Gaffer Tape, damit sich die GoPro auch wirklich nicht verdreht (Geh niemals ohne Gaffer Tape auf einen Filmdreh!).

 

Schlussendlich liefs am Sonntag auch noch ganz gut. Moritz war mit Abstand bester Deutscher, in der Gesamtwertung aber nur Platz 8. Wirklich zufrieden war er damit wohl nicht ;) Aber der wirklich wichtige Wettkampf kommt dann 2016, bei der WM in Dubai. Ich drück ihm alle Daumen und dass er die 500 km/h noch erreicht.

 

 

4. Sharm El Sheik - Ägypten (Apnoetaucher) - 19.05.15 - 03.06.15 - von Lukas Miller und Wolfgang Schmid

 

Von Anfang an war klar, dass die Episode über den Apnoe-Taucher Jens Stötzner der aufwendigste Dreh werden sollte. Da der einzige Tieftauch-Wettkampf in Sharm el Seikh stattfinden würde, flog ich mit meinem Helfer Wolfgang Schmid für zwei Wochen ans Rote Meer – nicht der schlechteste Ort um zu Arbeiten! Die Vorbereitung begann allerding noch zu Hause, einige Wochen lang konnte ich Jens zu seinem Tauchtraining begleiten. Hier lernte ich die Sportart kennen und konnte bereits erste Aufnahmen machen und selbst an meinen Tauchfähigkeiten arbeiten. Zuletzt konnte ich sogar 2 Minuten unter Wasser bleiben. Das sollte mir in Ägypten noch zugute kommen.

Vor allem logistisch sollte der Dreh zur Herausforderung werden, immerhin mussten ca. 40 Kilo Kameraequipment heil nach Ägypten und wieder zurück. Am Nürnberger Flughafen ging es für  uns erwartungsgemäß gleich wieder zur Gepäck-Nachkontrolle und auch bei der Einreise nach Ägypten fielen wir durch unser umfangreiches Gepäck auf. Wo denn der Rest unserer Familie sei, wurden wir dort nur halb im Scherz gefragt. Nachdem man auch hier gründlich in einem unserer Koffer gewühlt hatte, verließen wir gegen 3:30 den Flughafen von Sharm el Sheikh. Unsere Reise für diese Nacht war damit leider noch nicht beendet. Da hier ungefähr jedes Hotel einem Namen trägt, der sich aus der beliebigen Kombination der Wörter „Sharm“, „Resort“, „Club“,  „Reef“, „Oasis“ oder „Hotel“ zusammensetzt, hatte unser Fahrer einige Probleme das richtige Hotel zu finden. Drei Hotels und mehrere „Sorry Mister“ später landeten wir dann aber doch im richtigen „Sharm Club“. Da wir zu diesem Zeitpunkt noch kein Geld gewechselt hatten, wurden wir, zumindest für Ägyptische Verhältnisse, bereits Unmengen an Bakshish (Trinkgeld) los. Dafür erwies sich am nächsten Morgen nach sehr wenig Schlaf die Hotelanlage als sehr schön und der Roomboy als äußert hilfsbereit und freundlich. Lediglich die Kommunikation gestaltete sich etwas schwierig, da das Hotel sich in erster Linie an italienische Gäste richtet. Dafür wurden wir allerdings mit fantastischem Wasser und der Tauchplattform quasi direkt vor der Haustür entschädigt. Schon nach dem ersten Tauchgang im glasklaren Meer und zwischen unzähligen farbenfrohen Fischen war klar, dass uns hier fantastische Aufnahmen gelingen würden.

Den ersten Tag verbrachten wir allerdings damit uns in der wenige Taximinuten entfernten Einkaufsstraße/Touristenfalle mit dem Wichtigsten einzudecken (Wasser, Sonnenschutz, Internet) und allerlei weniger Wichtiges (geschmacklose T-Shirts, Papyrus, Ägyptisches Viagra) höflich abzulehnen. Beim Kofferauspacken mussten wir leider feststellen, dass der externe Bildschirm für die Kamera eine Delle abbekommen hatte und nicht mehr zu gebrauchen war. Damit waren 250€ futsch und das Filmen in der Sonne wurde auch nicht gerade einfacher, ich musste mir notdürftig mit einem Tuch helfen. Es sollte glücklicherweise aber der einzige Schaden bleiben.

Am nächsten Tag stand für uns dann schon ziemlich volles Programm an. Wir begleiteten Jens – der schon einen Tag vor uns angereist war – zu einer privaten Unterrichtsstunde zum Thema Druckausgleich. Ein anderer Apnoe-Taucher vermittelte dort sehr anschaulich und mit allerlei ulkigen Übungen unter zu Hilfe nahme von Luftballons, Techniken und physiologische Hintergründe zum Druckausgleich in größeren Tiefen. Am Nachmittag konnte ich Jens dann das erste Mal zum Tauchtraining begleiten. Wir schwammen zur etwa 200 Meter vom Ufer entfernten Tauchplattform und machten dort erste Aufnahmen beim Ab- und Auftauchen sowie der Tauchvorbereitung. Am Abend nutzten wir die schöne Lichtstimmung und ließen ein erstes Mal die Drohne steigen. Im Gegensatz zu Deutschland ist das aber wohl in Ägypten höchst illegal und gilt als Spionage, aber im Hotel schien es glücklicherweise niemand zu stören. Mitten am Tag und während dem Wettkampf wollte ich sicherheitshalber trotzdem nicht fliegen.

Die folgenden Tage bis zum Wettkampfbeginn nutzten wir, um erste Zeitraffer und weitere Aufnahmen von Jens beim Training und der Unterwasserwelt zu machen. Dafür machten wir am Samstag einen kleinen Spaziergang einige 100 Meter den Strand entlang, vorbei an einem verlassenen Badeabschnitt und einer Hotelruine, von denen man hier einige sehen kann. Dort erwartete uns ein weiteres malerisches Riff und – in Anbetracht der frühen Tageszeit – angenehm wenige Touristen. Generell muss man erwähnen, dass sich unser Tagesrhytmus in Ägypten deutlich verschob: um 19 Uhr war es stockdunkel und um 5 Uhr ging die Sonne auf, weshalb spätestens um 7 Uhr (die Sonne brannte voll in unser Zimmer) an Schlaf nicht mehr zu denken war. Abhilfe schaffte da nur die Klimaanlage. Diese sorgte allerdings, in Kombination mit dem Essen (das keinesfalls schlecht war, Ägypten hat aber Probleme mit belastetem Trinkwasser, sprich Salat und gewaschenes Obst sind mit Vorsicht zu genießen) erst bei Wolfgang und dann auch bei mir für die klassischen Reiseerkrankungen. Nach zwei Tagen waren wir aber wieder auf dem Damm und blieben, abgesehen von stechmückenbedingtem Schlafmangel und der Belastung die 40° C im Schatten eben so mit sich bringen, körperlich fit. Das war auch bitter nötig, denn die langen Aufenthalte im Wasser kosteten mich einiges an Kraft. Immerhin waren die Wassertemperaturen mit ca. 26°C sehr angenehm.

Sonntag war einer der Tage, an dem uns Mücken und Hitze mal wieder nicht schlafen ließen, weshalb wir gegen 4 Uhr spontan beschlossen jetzt gleich einen Sonnenaufgang zu filmen. Und man muss sagen das frühe Aufstehen hat sich wirklich gelohnt, uns bot sich ein tolles Panorama. Der erste Wettkampftag war dann der Montag. Ich konnte Jens bei seinem deutschen Rekordversuch in der Kategorie Constant Weight No Fin (CNF) begleiten. Dazu hätte er 61m tief tauchen müssen. Das gelang ihm zwar, er brauchte nach dem Auftauchen allerdings eine Sekunde zu lange, um das obligatorische Serviceprotokoll mit einem „I´m okay“ abzuschließen. Da die Regularien in diesem Bereich sehr streng sind, wurde sein Versuch leider für ungültig erklärt. Am Abend war eigentlich das Interview mit Jens geplant, wir mussten aber nach einer viertel Stunde abbrechen, da sich Jens nicht gut fühlte. Glücklicherweise blieben uns ja noch ein paar Tage, und wir verschoben das Interview auf den Donnerstag, an dem er eine Wettkampfpause einlegen wollte.

Was am Montag noch schief ging, sollte dann Dienstags klappen. Wieder erreichte Jens die von ihm angegebene Tiefe und erfüllte diesmal alle Vorschriften. So holte er sich in der Disziplin CNF mit 61m den deutschen Rekord.

Nachdem Jens am Mittwoch in einer anderen Disziplin des Freitauchens (free mersion = entlanghangeln am Seil) angetreten war, nutzten wir seinen Ruhetag am Donnerstag für einen Ausflug nach Ras Mohammed.  Der Nationalpark an der Südspitze der Sinai-Halbinsel ist vor allem für seine tollen Riffe bekannt und mir gelangen mit Jens tolle Unterwasseraufnahmen. Neben den riesigen Fischschwärmen waren auch die Toilettenschüsseln, die ein untergegangener Frachter hier verloren hatte, ein echtes Highlight. Dennoch blieb ein mulmiges Gefühl beim Schwimmen im offenen Wasser und durch die Kamera in der einen Hand hatte ich meist nur die Andere zum Schwimmen frei – es waren also auch sehr anstrengende Dreharbeiten.

Für den Weg vom Hotel zum Nationalpark und zurück hatten wir uns glücklicherweise über unsere Kontakte bei den Apnoe Tauchern einen privaten Transfer organisiert, der uns sicher durch die spektakulär zerklüftete Wüsten- und Felslandschaft brachte. Die Fahrweise der einheimischen Fahrer ist nämlich recht abenteuerlich. Die Straßen in den Touristengebieten sind breit, gut ausgebaut und laden zu schnellem Fahren ein. An Geschwindigkeitsbegrenzungen hält sich hier niemand, weshalb man ungefähr alle 500m auf einen Bremshügel trifft. Gefahren wird grundsätzlich auf der Spur auf der gerade weniger los ist und statt dem Blinker benutzt man hier die Hupe.

Den Abend desselben Tages ging der zweite Interviewversuch über die Bühne, bei dem diesmal alles glatt ging. Am Ende kamen 90 Minuten Interview zusammen, viel Schneidearbeit kam also noch auf mich zu. Allerdings konnte ich jetzt auch ein wenig aufatmen, die wichtigsten Szenen waren damit im Kasten. Jetzt musste nur noch alles heil (im besten Fall inklusive uns) zurück nach Deutschland kommen.

Die nächsten beiden Tage nutzen wir, um weitere Aufnahmen während es Wettkampfs zu machen. Dabei wurden wir netterweise von einigen Apnoe-Tauchern unterstützt, die natürlich etwas weiter mit Jens tauchen können als ich. Den restlichen Tag verbrachten wir zugegebenermaßen am Pool, über den Drehort kann man sich wirklich nicht beklagen, geraden wenn ich an die anderen verregneten Drehs denke ;) Sonntagmorgen hieß es dann wieder früh aufstehen, wir wollten noch einige Aufnahmen mit der Drohne bei Sonnenaufgang machen (früh heißt 4:30!!!). Als wir die Drohne gerade gelandet hatten, tauchte plötzlich die Hotelsecurity auf und jagte uns einen gehörigen Schrecken ein – wie gesagt, Drohne fliegen ist hier ausnahmslos verboten. Allerdings war der gute Mann wohl eher von Neugier getrieben. Wir machten uns sicherheitshalber schnell vom Acker und die Sache hatte zum Glück kein Nachspiel. Als wir uns wieder aus dem Zimmer trauten brachten wir noch schnell das Dankesvideo unter Dach und Fach. Nach dem Frühstück nutzten wir dann den Umstand, dass um diese Zeit die Sonne auf unser Hotelriff scheint und wir machten noch einige schöne Aufnahmen beim Schnorcheln. Für den Nachmittag stand dann der letzte Wettkampftauchgang an.

Und bei diesem konnte Jens den deutschen Rekord im Bereich CNF nochmals auf 63m verbessern. Gleichzeitig bedeutete das für ihn in der Gesamtwertung (hier werden die besten Tiefen der unterschiedlichen Kategorien addiert) Platz 2! Am Abend gab es ein schönes Abschiedsessen beim Italiener – inklusive unfreiwilliger Bierdusche durch ungeschickte Kellner – bei dem sich die Teilnehmer der Freediving World Competition ein letztes Mal austauschten. Auf dem Weg dorthin waren wir übrigens mal wieder zuerst beim falschen „Reef Oasis“ gelandet. Der Rückweg immerhin war diesmal kein Problem. Dann hieß es für uns Abschied nehmen von Jens, der noch in der Selben Nacht den Heimweg antrat um Montagmorgen im Büro zu erscheinen.

Blieben also noch zwei Tage bis zu unserem Flug in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch. Am Montag unternahmen wir eine spaßige Quadtour in die Wüste, inklusive witziger Fotos und Echowand und weniger witzigen Abzockstationen. Wir kamen allerdings diesmal ohne nutzlosen Tand (und Haschisch, ja das wurde uns auch angeboten) davon. Am Abend gönnten wir uns zum ersten Mal die italienische Abendunterhaltung, die allerdings erst nach dem zweiten Cocktail auch für uns unterhaltsam wurde.

Am Dienstag hieß es dann packen und ein letztes Mal an Pool und Meer die Sonne genießen. Mit Drohne im Gepäck und mulmigem Gefühl ging es schließlich Richtung Flughafen. Dass der Transfer dorthin 40 Minuten zu spät kam trug auch nicht eben zu unserer Beruhigung bei. Dafür war die Gepäckkontrolle dann absolut harmlos, wir wurden nicht einmal zur Nachkontrolle gebeten. Als wir dann gegen 2.45 Uhr abhoben waren wir uns endgültig sicher, auch ohne Gefängnisaufenthalt wieder nach Hause zu kommen. Somit endete für uns das Abenteuer in Ägypten, Es wird uns als sehr erfolgreich und spaßig in Erinnerung bleiben.

 

5. Hohe Wand - Österreich (Highliner) - 06.06.15 - 07.06.15 - von Lara Grysczyk

 

Als ich am Donnerstag noch beim Wandern war, bekam ich von Lukas eine SMS, dass es Samstag früh nach Wien gehen würde. Ja… warum nicht?

Er hatte zum Glück schon alles gepackt und vorbereitet, also riss uns am Samstags früh… nein eigentlich eher Samstag Nachts der Wecker um 3:30 raus. Um 4 Uhr saßen wir dann schon mit allem Equipment im Auto und los geht’s.

Das schöne ist, wenn man so früh unterwegs ist, ist, dass man oft einen schönen Sonnenaufgang hat, den wir auch hatten!

An Wien vorbei, fuhren wir immer mehr in die Natur rein und irgendwann sahen wir dann die Hohe Wand. Also wirklich Hohe Wand. Nachdem sie ca. 900 Meter hoch und drum herum alles flach ist, sieht man sie schon von weitem. Auch konnte man, wenn man wusste, wonach man suchen muss, die Highlines (also Slacklines, die weit oben hängen) schon erkennen. Zum Glück mussten wir die 900 Meter nicht hochwandern, sondern konnten ganz bequem mit dem Auto hochfahren, was vor allem mit den ganzen Kameras, Stativen und Akkus ein wenig suboptimal gewesen wäre. Oben angekommen, hat Lukas gleich mal tatenkräftig angefangen schon voll viel Zeugs mitzuschleppen. Nur leider haben wir die Slackliner nicht gefunden und sind mit all den Wandergruppen erstmal viel zu weit gelaufen. Nachdem wir uns dann mit Julian zusammentelefoniert hatten, sind wir gemeinsam zur Highline gelaufen. Man hat gleich gemerkt, dass Julian ein sehr offener und sympathischer junger Kerl ist. Da er selber 22 Jahre alt ist, war er genau in unserem Alter.

Die Highliner sind immer in Gruppen zusammen und bauen gemeinsam die Highlines auf, was in den Höhen natürlich schwierig ist. Nachdem schon ein anderer auf der längsten Highline von 150 m Länge war, haben wir spontan gleich das Interview zu Anfang gedreht.

Meine Aufgabe bestand darin, auf den Ton zu achten und die Stative und so aufzustellen. Da es oben auch ein wenig gewindet hat, kam es schon vor, dass ab und zu mal ein paar laute Kratzer im Ton waren, die konnte man aber relativ gut durch das Verstellen des Mikros ausbügeln.

Danach ging Julian auch schon auf die Highline. Er hatte eine rosa Flatterhose an, womit man ihn leicht auf der Line erspähen konnte! Später hat er die Hosen noch öfter mal durchgewechselt. Natürlich haben wir immer wieder aus verschiedenen Einstellungen es gefilmt, was da der Julian so läuft und bounced und surft! (Wer wissen will, was das ist, darf sich sein Interview anschauen) Es war ein richtig heißer Tag. Aber nachdem es dort viel Schatten durch die Bäume gab und immer ein laues Lüftchen wehte, konnte man es ganz gut auf der Hohen Wand aushalten! Jedoch war es schon immer ein wenig komisch da auf den Felsen rum zu klettern mit Kamera in der Hand/um den Hals und es neben einem sehr weit runter geht. Zum Glück hat Lukas da das meiste gemacht ;)

Spätnachmittags durfte Lukas dann auch mal auf eine Slackline, bzw. drüber gleiten. Nachdem er dann in der Mitte war, hat Julian angefangen das Seil schön hoch und runter zu schwingen, was ich sehr amüsant fand, Lukas aber eher nicht so!

Was mir noch sehr in Erinnerung geblieben ist war, als nachdem Lukas auf der Highline war, Julian nochmal drauf gestiegen ist mit der GoPro um seine Brust, die seine Beine gefilmt hat. Er ist in die Mitte gelaufen, ist dort hoch und runter gesprungen und hat sich dann eine Augenbinde aufgesetzt. Während er also blind zurück läuft, kommt eine große Gruppe an Touristen, bestimmt 30 Leute. Bei der Hälfte seines Rückweges fängt er an das Gleichgewicht zu verlieren, kann sich dann doch fangen. Das ganze wurde mit „Ahh“s und „Ohh“s von dem Publikum begleitet. Kurz vor dem Ende, fällt er dann doch runter. Nachdem er sich wieder auf die Slackline gesetzt hat, nimmt er die Augenbinde ab und kann seinen Augen kaum glauben, als dort 30 applaudierende Leute stehen.

Übernachtet haben wir direkt oben in einem Gasthaus. Die Aussicht von der Terrasse war unglaublich. Man konnte richtig weit sehen. Das Essen war eher durchschnittlich...

Auf die Empfehlung des Hausherren hin, sind wir auf einen Steinbockweg noch spazieren gegangen. Leider haben wir keine gesehen, jedoch einmal einen Blöcken gehört!

Am nächsten Morgen waren wir dann um 9.30 wieder an der Highline und wollten noch die letzten Shots filmen, unter anderen auch mit der Drohne. Das hat aber leider nicht geklappt, nachdem auf der einen Seite viel zu viel Wind war und wir zu viel Angst um die Drohen hatten, die nicht mal Lukas gehört, und auf der anderen Seite auch einige Paragleiter über uns unterwegs waren und auch noch ein paar andere Seile in der Schlucht hingen!

 

Da Julian in Regensburg wohnt und das auf unserem Nachhauseweg lag, haben wir ihn mitgenommen. Deswegen sind wir dann auch erst um 14.30 losgekommen, nachdem wir ihn von der Slackline fast schon runter ziehen mussten ;). Er war nämlich noch mit einem Freund zu zweit auf der langen Highline!

Also sind wir wieder die Rückreise angetreten. Ich hatte dann in Fürth genau 15 min Zeit umzupacken, da meine Mitfahrgelegenheit schon unten gewartet hatte, um mich wieder mit nach Bayreuth zu nehmen.

Also ein Turbulentes, aber schönes Wochenende alles in allem.